Neues Gewässer zwischen Radolfzell und Singen: Segen oder Fluch?

 

Von der Bevölkerung weitgehend unbemerkt, entsteht zwischen Radolfzell und Singen auf Singener Gemarkung und auf einem Gelände, das der Stadt Radolfzell gehört, seit Sommer 2009 ein Baggersee von einem Kilometer Durchmesser und über 60 Meter Tiefe. Bereits im November 2009 waren die Baggerschaufeln nach Mitteilung des Betreibers auf 17 Meter Tiefe unter Wasser.

 

Der See hat Verbindung zur Radolfzeller Frauenwiesquelle und zu drei weiteren Quellen in Singen und Rielasingen-Worblingen. Aus diesem Grund waren sowohl der Gemeinderat bei seinem Beschluss für die Baggerarbeiten im Jahr 2008 - neun der 26 Gemeinderäte stimmten dagegen - als auch die Naturschutzverbände in ihrer Einschätzung des neuen Gewässers gespalten.

 

Die Behörden genehmigen mit der Baggerung zwischen Singen und Radolfzell den ersten tiefen Baggerseee im Kreis Konstanz seit 30 Jahren und die zweite Tiefbaggerung überhaupt, nach dem Binninger See. Die Grundlage für die Zustimmung zu diesem tiefen Baggersee bei Gemeinderat und Bevölkerung war die Aussicht, dass dafür die Größe abgebaggerter Flächen verringert werden könnte. Dazu hätten aber zur Trockenbaggerung vorgesehene Flächen aus dem Regionalplan entnommen werden müssen. Dies ist nicht erfolgt.

 

Hinzu vertritt der BUND die Auffassung, dass der Ausgleich für die Eingriffe in die Landschaft vor allem im Hinblick auf den Naturschutz etwas kurz kam.

 

 



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