Erfolgversprechende Strategien

 

Gesamtziel dieser Strategien:

Radolfzell nutzt seine Potenziale im Natur- und Umweltbereich. Radolfzell profiliert sich in seiner Tourismuswerbung intern und in den bundesweiten Medien wieder stärker als Natur- und Umweltstadt, mit zahlreichen landschaftsbezogenen Superlativen, sowie vielen Erlebnis- und Info-Angeboten und Möglichkeiten.

Markenzeichen: Radolfzell als Stadt der großen Schutzgebiete und vielfältiger Natur

Übergeordnete Strategie: Radolfzell entwickelt für die eigene Tourismuswerbung, aber auch für die Beherbungsbetriebe und Gaststätten neue Strategien und Hilfsmittel, mit denen die Lage in herrlichen Naturschutzgebieten deutlich herausgestellt wird – sowohl vor Ort, als auch in den Medien. 

Ob dies unter dem Begriff
• “Natura-2000“ geschieht, mit dem europäische Schutzgebiete bezeichnet werden
• oder „Natur-Land zwischen Hegau und Bodanrück“
• oder unter einem anderen Label, ist noch zu entscheiden.

 

Unter neuen Strategien ist dabei folgendes zu verstehen:

a) Medienpräsentation:

Radolfzell präsentiert seinen Reichtum an Natur in bundesweiten Natur-, Reise- und Lifestile-Magazinen, evt. in Zusammenarbeit mit den örtlichen Naturschutzverbänden.

Der Reichtum an Seen sollte dabei eine besondere Rolle spielen.

Dabei ist sowohl an redaktionelle Beiträge, als auch an Anzeigen zu denken. Als Werbe-Elemente bieten sich Luftbilder von Mettnau, Mindelsee und anderen Seen und der Radolfzeller Aach-Mündung an, Bilder von farbenfrohen Wasservögeln, Weißstörchen und Orchideen sowie als akustische Elemente die Gesänge von Nachtigall und Laubfrosch.

 

b) Werbung bei Reisebüros:

Eine empirische Erhebung bei 100 Reisebüros in vier Großstädten hat ergeben, dass 80 Prozent der Reiseberater auf den Wunsch nach einem Reiseziel mit hohem Naturwert eine Auslandsreise anboten. Auf Nachfrage nach einem Vergleichsangebot innerhalb Deutschlands lagen die Schwerpunkte der Angebote im Schwarzwald, an der Mecklenburgischen Seenplatte und im Bayerischen Wald.

Dies zeigt, dass die Kenntnisse von Reisbüro-Berater/innen sowohl im Hinblick auf Naturreichtum in Deutschland, als auch im Hinblick auf den Naturreichtum des Bodenseeraums verbessert werden müssen.

 

c) Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“

Radolfzell bewirbt sich – evt. gemeinsam mit Konstanz und Allensbach sowie den Hegau-Gemeinden – um Aufnahme unter die Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“. Um ihre Außendarstellung zu vereinheitlichen und ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen, präsentieren sich deutsche Großschutzgebiete seit November 2005 unter dieser Dachmarke.

 

d) Werbekampagne „Fahrtziel Natur“

Radolfzell bewirbt um Aufnahme in die gemeinsame Werbekampagne „Fahrtziel Natur“ der Deutschen Bahn und der Naturschutzverbände.

 

e) Natur- und landschaftsbezogene Reise-Angebote

Radolfzell entwickelt und bewirbt natur- und landschaftsbezogene, saisonale Reise-Angebote wie

-  Radolfzell zur Baumblüte
-  Fliegende Edelsteine: Schmetterlinge und Libellen
-  Streuobst-Herbst in Radolfzell
-  Besuchen Sie die 250.000 Wasservögel am Bodensee (Winter)
-  Bunter Herbstwald auf dem Bodanrück
-  Storchenstadt Radolfzell
-  u. a. m.

 

f) Entwicklung gruppenspezifischer Angebote

Die Werbung für diese Angebote ist in verschiedener „Größe“ möglich. Entweder mit wenig Aufwand als Abschnitt im Tourismus-Prospekt oder auf der Internetseite von Radolfzell - bis hin zu ganzen, durchgeplanten Kampagnen mit mehreren Partnern.

Radler: Entwicklung eines Konzepts zur besseren Werbung fürs Radfahren sowie für entsprechende Angebote im Raum Radolfzell, unter Einbezug der Fernradwege. In Zusammenarbeit mit Fachleuten des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs und dem örtlichen Fahrradgewerbe. 

Fahrradtourismus liegt voll im Trend. 5,6 Millionen Deutsche unternahmen 2008 eine Urlaubsreise mit dem Fahrrad. Fahrradtouristen setzen bei der Übernachtung auf Qualität und geben meist 20 Prozent mehr aus als der Durchschnittsurlauber. Kein Wunder, dass die Zahl der fahrradfreundlichen Übernachtungsbetriebe „Bett & Bike“ in Deutschland in zehn Jahren von 216 auf über 4800 Betriebe in 3249 Orten anstieg. Allein an der Elbe waren es im Jahr 2008 145 000 Radreisende, die 83,5 Millionen Euro ausgaben.

Naturwanderer: Behutsame, naturschützende Erschließung der europäischen Schutzgebiete im Stadtgebiet und in angrenzenden Bereichen, insbesondere auf dem Bodanrück. Bekanntmachung der Beobachtungsmöglichkeiten mit Besucherlenkung.

Etablierung eines neuen Höhenwanderwegs „Weitblick Bodanrück“ über Möggingen, Güttingen, Liggeringen, Langenrain, Dettingen und Wallhausen. Der neue Wanderweg stellt Besonderheiten des Natura 2000-Gebiets Bodanrück vor, führt an zahlreichen Ausblicken vorbei, macht auf die Landgasthäuser in den Radolfzeller Ortsteilen Möggingen, Güttingen und Liggeringen aufmerksam und bezieht die Buslinien in den Bodanrück-Orten mit ein.

Wandern ist mit zwölf Milliarden Euro Gesamtausgaben ebenfalls ein großer Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Vier Milliarden Euro werden jährlich für die entsprechende Bekleidung und Ausrüstung ausgegeben, fünf Milliarden Euro Umsatz machen Gastronomie und Hotellerie. Zehn Millionen Deutsche wandern häufig, sie haben ein durchschnittliches Wanderpensum von ca. 350 Kilometern pro Jahr, und 20 Millionen Deutsche wandern gelegentlich.

Laut einer Allensbacher Marktanalyse aus dem Jahr 2009 liegt die Quote der Wanderaktiven unter den Deutschen bei etwa 57 Prozent – und die Intensität des Wanderns nimmt weiter zu. Der jüngsten Profilstudie Wandern zufolge sind 55 Prozent der Wanderer von Frühjahr bis Herbst mehrmals monatlich unterwegs, 2004 waren es nur 41 Prozent. Hauptmotiv des Wanderns ist mit 88 Prozent Zustimmung der Wunsch, Natur und Landschaft zu genießen.


Reiter: Prüfung, ob der Großraum zwischen Böhringen, Überlingen am Ried, Singen und Steißlingen zu einem speziellen Natur-Reit-Gebiet ausgebaut werden kann. Prüfen, ob dies in Zusammenarbeit mit dem Weiherhof und dem Hofgut Rickelshausen möglich ist.

Kanuten: Naturverträgliche Ausflüge mit Schwerpunkt von Radolfzell zur Reichenau und auf die Höri. In Zusammenarbeit mit Ruderclubs, Verleihbetrieben, dem Natur-freundehaus Markelfingen und den Naturschutzverbänden.

Freunde von Weidetieren: Spezielles Informations- und Besichtigungsprogramm für Menschen, die Weidetiere toll finden. Nutzung der Beweidungsprojekte am Mindelsee (Schafe, Ziegen und Rinder), in Güttingen (Angus-Rinder Egner), im Schanderied und andere, mit einem Abstecher an die Radolfzeller Aach (urtümliche Heckrinder) und an den Hohentwiel (großes Schaf-Projekt). Einige Restaurants (z.B. Kranz Liggeringen) bieten Fleisch dieser Weidetiere an.

Tagesausflügler unter Feriengästen und Einheimischen: Organisierte Reisen mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln (incl. Reisebus) zu den Naturwundern, die unter Voraussetzungen genannt sind.

Freunde kulinarischer Genüsse: Entwicklung eines Konzepts für Genießerwochen für unterschiedliche Ziel- und Altersgruppen. mit gesundem, regionalen Essen. Ein Werbestrang dabei: Besondere Berücksichtigung von Diät-Patienten. Werbung über Apotheker-Zeitschriften. Es gibt in Radolfzell bereits einige Restaurants, die darauf eingerichtet sind. Weitere Partner: Gutes vom See, Bodensee-Stiftung, Ernährungsberater/innen

Naturbeobachter: Aufbau eines umfassenden Programms sowohl bestellbarer als auch fest terminierter Umweltbildungsangebote für alle Altersgruppen. Mögliche Partner für die Organisation: Bodensee-Stiftung (mit Sitz in Radolfzell) und Volkshochschule. Mögliche Partner für die einzelnen Angebote: Bodensee-Guides, ausgebildete Naturerzieherinnen, Naturschutzverbände und Wandervereine.

Vogelbeobachter: Erarbeitung eines Vogel-Beobachtungskalenders (mit Landkarte, die gute Beobachtungspunkte enthält) als Service-Leistung für Feriengäste und Einheimische. Spezielle Veranstaltungen im Rahmen des oben genannten Umweltbildungsprogramms. Die Angebote der Vogelwarte können in diese Produkte und Veranstaltungen eingebaut werden.

Jäger: Erarbeitung eines Konzepts für eine jährliche Radolfzeller Exkursionswoche für Jäger, in Zusammenarbeit mit der Landesjagdschule Eigeltingen-Dornsberg.

 

Zum Argument der „Verrummelung der Landschaft“:

Eine Studie, die vom Deutschen Tourismusverband in Auftrag gegeben wurde, besagt, dass durch konsequente Maßnahmen der Besucherlenkung die Attraktivität des Reiseziels gesteigert werden kann, ohne dass dabei der Eindruck entsteht, die Besucher würden aus bestimmten Bereichen eines Schutzgebiets gezielt ausgegrenzt.

Es muss eine sorgfältige Besucherlenkung geben, die über die Ausweisung von Wegen auch eine Kultur des Nicht-Betretens etabliert. Dazu gibt es mittlerweile in der Praxis bewährte Konzepte.

Welches Maß an Wertschöpfung in diesem Tourismuszweig erzielt werden kann, mag eine Studie verdeutlichen, die vom Tourismus-Beratungsunternehmen dwif München über den Wanderweg Rothaarsteig erstellt wurde. Im Jahr 2005 erbrachten ca. 1 200 000 Tagesgäste und ca. 300 000 Übernachtungsgäste einen Bruttoumsatz von ca. 32,9 Milionen Euro und ein Einkommen (Löhne und Gewinne) von ca. 16,8 Milionen Euro. 800 Menschen hatten auf diese Weise eine Arbeit, und das kommunale Steueraufkommen betrug 700 000 Euro. Dem stehen Anfangsinvestitionen von 2,5 Milionen Euro gegenüber, verteilt auf die ersten vier Jahre der Entstehung des Rothaarsteigs.

Wir Umweltverbände in Radolfzell unterstützen touristische Angebote gerne mit allen Formen von Veranstaltungen, Führungen und Exkursionen (botanisch, ornithologisch, geologisch, für Junge und Alte, für Sportliche und weniger Sportliche, im Sommer und im Winter,.....)


g) Weitere, kleinere strategische Maßnahmen

Prüfung, ob es möglich ist, Bodenseefisch sichtbarer und „touristenfreundlicher“ als bisher zu vermarkten, etwa nach dem Vorbild bestimmter Nordsee-Häfen.

Übersichtlichere Werbung für regionale sowie biologisch erzeugte Lebensmittel und kulinarische Delikatessen als eine Besonderheit der Tourismus-Stadt Radolfzell.
 
Einbau von Natur- und Outdoor-Produkten, kombiniert, nach schwedischem Vorbild, in die Verkaufspalette sowohl in der Altstadt als auch im Seemaxx.

 



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Ansprechpartner: Thomas Giesinger (Vorstandsmitglied)

Telefon (Büro): 07732 150726 

thomas.giesinger@bund.net

 

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